
Die Bedeutung von Schutzkonzepten
Ein Gastbeitrag von Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), zum Thema Schutzkonzepte für Kinder und Jugendliche
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Der Trainingsplan gegen sexualisierte Gewalt im Sport
Sexuelle Grenzüberschreitungen sind ein Leichtes im Sport. Sportler und Sportlerinnen sind es gewohnt, ans Limit zu gehen, eigene Grenzen auszutesten oder zu überschreiten. Körperliche Nähe ist oft selbstverständlich. All das sind Risikofaktoren, die sexualisierte Gewalt begünstigen. Die Zahlen sind alarmierend. Deshalb braucht es klare Regeln und ein aufmerksames Miteinander durch gelebte Schutzkonzepte.
Schutzkonzepte stehen für Qualitätsstandards im Verein: Sie verhindern Missbrauch und sexuelle Ausbeutung. Mein Rat an alle Eltern: Schauen Sie hin und fragen Sie nach, wie der Verein ihres Kindes aufgestellt ist, denn Täter und Täterinnen nutzen die Lücken, die wir lassen.
Auf meiner Ländertour sind Schutzkonzepte daher ein zentrales Thema. Egal ob Kita, Schule, Verein oder Musikschule: Überall hier halten sich Kinder und Jugendliche viele Stunden in der Woche auf. Deswegen gilt: Jeder Verein kann und muss etwas tun. Dafür braucht es externe Unterstützung.
Der Mombacher Turnverein in Mainz erhielt diese durch den Landessportbund Rheinland-Pfalz: Fachliche Begleitung bei der Konzeptentwicklung und Schulungen für Haupt- und Ehrenamtliche. Heute wird das Schutzkonzept dort umgesetzt – mit einer eigenen Kinderschutzbeauftragten.
Wer Sport treibt, weiß: Übung macht den Meister. Das gilt auch für Schutzkonzepte. Sie müssen gemeinsam entwickelt und eingeübt werden, um Haltung und Handlungskompetenz aufzubauen – vom Vorstand bis zu den Jüngsten. Zu einem Schutzkonzept gehören zum Beispiel:
- Notfallplan: Alle wissen, an wen sie sich im Verdachtsfall wenden können.
- Verhaltenskodex: Klare Fairplay-Regeln für alle. Alle müssen wissen: Was ist erlaubt, was nicht?
- Transparente Beschwerdestrukturen: Wer sich nicht traut, über Gewalt zu sprechen, braucht niedrigschwellige Anlaufstellen. Im Mombacher Turnverein gibt es z.B. Teamkapitäne, die bei Konflikten vermitteln.
- Risikoanalyse & Fortbildungen: Externe Partner helfen, blinde Flecken zu erkennen.
Die UBSKM informiert mit Leitfäden und Materialien zu Schutzkonzepten. Auch der Landessportbund Rheinland-Pfalz unterstützt Vereine mit Checklisten, Schulungen und Risikoanalysen. Nutzen Sie diese Angebote! Denn jeder Verein der Kinder aktiv schützt, stärkt auch das Vertrauen in den Sport als sicheren Ort.