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TOPTHEMA

INTERPERSONALE GEWALT IM SPORT

Was versteht man unter diesem Begriff?


Seit Anfang der 2000er Jahre wird in Deutschland häufig von interpersonaler Gewalt gesprochen. So auch im Sport. Doch wie definiert sich dieser Begriff eigentlich? Annika Söllinger von der Deutschen Sporthochschule Köln klärt auf.

Interpersonale Gewalt im Sport bleibt oft unerkannt, da Trainingspraktiken, insbesondere im Leistungssport, hart und streng sein können. Schon 1998 warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass sportliche Aktivitäten für Kinder das Potenzial für Missbrauch haben. Dies zeigt, dass interpersonale Gewalt im Sport möglicherweise weiter verbreitet ist als vermutet. Insbesondere, weil einige grenzüberschreitende oder grenzverletzende Strukturen und Verhaltensweisen im Sport normalisiert werden und Gewalt so unbemerkt bleiben kann. Dazu zählen beispielsweise ein unangemessenes Maß körperlicher Aktivität, erzwungene Gewichtszunahmen und -abnahmen oder Initiationsriten in Sportmannschaften, die entwürdigend und/oder gefährlich sein können.

Doch was versteht man unter interpersonaler Gewalt? In Anlehnung an die WHO, wird im Sportkontext meist ein weites Verständnis des Gewaltbegriffs genutzt, sodass verschiedene Formen von potenziell schädigenden Verhaltensweisen in die Definition eingeschlossen werden können. Laut WHO bezieht sich das Konzept der interpersonalen Gewalt auf jegliche schädigenden Handlungen zwischen Personen und wird von selbstverletzender Gewalt und kollektiver Gewalt abgegrenzt. Interpersonale Gewalt umfasst psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt sowie Vernachlässigung und ist in Macht- und Autoritätsverhältnisse eingelagert.

Unter psychischer Gewalt versteht man Handlungen, die dazu führen können, dass die psychische oder soziale Gesundheit der Betroffenen beeinträchtigt wird. Hierzu zählen alle Verhaltensweisen, die Personen erniedrigen, kontrollieren, bedrohen oder lächerlich machen. Insbesondere im Sport können auch die Erwartung unrealistischer Leistungen und extreme verbale Kritik hinzugezählt werden. Ebenfalls unter psychische Gewalt fällt beispielsweise das Vorenthalten emotionaler Unterstützung oder sogar absichtliches Ignorieren sowie die Einschränkung sozialer Kontakte. 

Sexualisierte Gewalt reicht von unangemessenen Bemerkungen, anzüglichen Witzen und Exhibitionismus bis hin zu physischen Übergriffen, wie sexualisierten Berührungen und unerwünschten sexuellen Handlungen. Häufig wird zwischen Formen sexualisierter Gewalt mit und ohne Körperkontakt unterschieden.

Körperliche Gewalt umfasst Übergriffe wie Schläge, aber auch Handlungen ohne direkten Körperkontakt, die zu einer körperlichen Schädigung führen können. Dazu zählen beispielsweise Zwänge wie die Teilnahme am Training trotz Verletzung oder die Einnahme von leistungssteigernden Substanzen. 

Auch Vernachlässigung fällt unter den Begriff der interpersonalen Gewalt. Dabei geht es um mangelnde Fürsorge durch verantwortliche Personen, insbesondere im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, z.B. die Einschränkung der Nahrungsaufnahme oder fehlende medizinische Betreuung.

"JEDER KANN DEN UNTERSCHIED MACHEN"

Gewaltprävention ist längst kein Randthema mehr – auch nicht im organisierten Sport. Susanne Hoß und Oliver Kalb beschäftigen sich seit mehr als 15 Jahren intensiv mit dem Schutz vor Gewalt. Im Haus des Sports in Koblenz sprechen sie über ihre Anfänge, persönliche Erfahrungen und darüber, was sie von der Zukunft erwarten.

zum Interview

Die Klarheit aus eigener Erfahrung

Ex-Leichtathletin Ulrike Breitbach und das "Danach"


Ulrike Breitbach war als Teenagerin ein aufstrebendes Talent in der Leichtathletik. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie Opfer von sexueller Gewalt wurde. Ausgeübt ausgerechnet durch ihren Trainer. Jahrelang litt sie unter den Folgen – im Sport, im Alltag. Erst nach rund drei Jahrzehnten fand sie den Mut, die Geschehnisse öffentlich zu machen. 

WIMMELBILD: KINDESWOHL IM SPORT

Wie viele Situationen kannst du finden?

Sport ist vielfältig, bietet zahlreiche Möglichkeiten und kann von den unterschiedlichsten Menschen an den verschiedensten Orten ausübt werden. Dabei können aber auch schnell zahlreiche potenzielle Gefahrensituationen entstehen, wie dieses Wimmelbild der Sportjugend Hessen in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege verdeutlicht.

Hilfestellungen durch Trainer*innen, gemeinsames Duschen und Körperkontakt gehören bei fast jeder Sportart genauso dazu, wie gemeinsamer Erfolg, Ehrgeiz und Leidenschaft. Doch speziell durch diese Körperzentriertheit oder durch die besondere Leistungsorientierung im Sport können jedoch auch potenzielle Gelegenheiten für Grenzüberschreitungen oder Gewalt entstehen. In diesem Wimmelbild sind zahlreiche solcher Situationen abgebildet. An manchen Stellen werden sie gut gelöst, in anderen besteht Handlungsbedarf. 

Einen Lösungsansatz findest du im Spielfeld

Die Bedeutung von Schutzkonzepten

Trainingsplan gegen sexualisierte Gewalt 
im Sport

Ein Gastbeitrag von Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), zum Thema Schutzkonzepte für Kinder und Jugendliche.

HILFE FÜR OPFER & PRÄVENTION FÜR ALLE

Wie auch Sportvereine vom Angebot des WEISSEN RINGS profitieren können

UNABHÄNGIG. 
VERTRAUENSVOLL. 
UNVERZICHTBAR

Safe Sport e.V. als Anlaufstelle für Betroffene


Der Verein Safe Sport steht für Schutz, Verantwortung und Transparenz im Sport. Als Träger der bundesweiten Unabhängigen Ansprechstelle unterstützt der Verein Betroffene interpersonaler Gewalt – vertraulich, professionell und unabhängig von sportinternen Strukturen.

Gegründet wurde Safe Sport e.V. im November 2022 auf Beschluss der Sportministerkonferenz. Ziel des Vereins ist die Förderung eines gewaltfreien Sports durch die Bereitstellung unabhängiger Hilfe für Betroffene sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt sowie deren Umfeld. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Bund, die 16 Länder, Athleten Deutschland e.V., eine Vertretung aus dem Betroffenenrat der UBSKM und die Wissenschaft.

Der Verein vertritt eine klare Haltung: Gewalt im Sport ist kein individuelles Randproblem, sondern Ausdruck struktureller Missstände. Betroffene brauchen Schutz, der unabhängig, verlässlich und rechtssicher ist – jenseits von Loyalitäten und Abhängigkeiten innerhalb des Sportsystems.

Die Unabhängige Ansprechstelle

Herzstück der Vereinsarbeit ist die Unabhängige Ansprechstelle Safe Sport. Sie berät bundesweit Kinder, Jugendliche und Erwachsene ebenso wie Eltern, Unterstützer*innen und Verantwortliche aus Vereinen und Verbänden. Die Beratung ist kostenlos, anonym und niedrigschwellig zugänglich. Ein besonderes Merkmal ist die enge Verzahnung von psychologischer und juristischer Beratung, die Ratsuchenden Orientierung, Entlastung und Handlungssicherheit bietet.

Einblick Jahresbericht 2025

Der Jahresbericht 2025 macht deutlich, wie stark das Angebot inzwischen genutzt wird. Die Zahl der Beratungsanfragen steigt seit der Aufnahme des Betriebs kontinuierlich. Die Fälle betreffen nahezu alle Sportarten, kommen aus allen Bundesländern und überwiegend aus dem Breiten- und Wettkampfsport. Damit unterstreichen die Zahlen den hohen Bedarf an unabhängiger Unterstützung.

Bedeutung für organisierten Sport

Safe Sport e.V. ist ein wichtiger Partner. Der Verein hat sich als zentrale Anlaufstelle für Betroffene interpersonaler Gewalt im Sport und ihr soziales Umfeld etabliert. Durch die Beratung werden Betroffene, Angehörige und weitere Ratsuchende in ihrer Handlungskompetenz gestärkt und damit ein wesentlicher Beitrag zur Intervention und Prävention geleistet. Safe Sport e.V. leistet damit einen zentralen Beitrag, um Vertrauen zu fördern und den Sport als sicheren Raum für alle zu gestalten.

"HOLT EUCH PROFIS IN DEN VEREIN"


Was Judo-Trainer Siegbert Geuder von Kim Chi Mainz anderen Vereinen beim Thema Gewaltprävention rät.

HINSEHEN, HANDELN, SCHÜTZEN

Ein Statement von DOSB & dsj

Sportvereine sind Räume für Bewegung, Gesundheit, Gemeinschaft, Emotionen, Begegnung, Bildung und Partizipation. Besonders für Kinder und Jugendliche sind sie wichtige Lernorte der sportlichen und persönlichen Entwicklung und damit zentral für ein gesundes Aufwachsen. Damit Sportvereine diese wichtigen Orte, insbesondere für junge Menschen, sein können, müssen sie sichere Räume bieten. Das Ziel ist klar: Alle sollen Sport sicher und gewaltfrei ausüben können.

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