MIT HERZ UND SCHNEEKANONE
Zu Besuch beim Ski-Clu Bad Marienberg-Unnau am Schorrberg
„Zwei Personen an der Kasse, mindestens zwei in der Hütte – und das in zwei Schichten. Wir brauchen also mindestens acht Ehrenamtliche pro Tag, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten.“
Skigebiet Schorrberg
Der Schorrberg liegt auf etwa 500 Metern Höhe und verfügt über zwei Abfahrten. Diese sind rund 400 beziehungsweise 500 Meter lang und überwinden jeweils etwa 50 Höhenmeter. Ein Schlepplift bringt die Ski- und Snowboardfahrer*innen zurück zum Startpunkt. Für kleine und große Skianfänger*innen steht zusätzlich ein separater Übungslift zur Verfügung, der besonders für die ersten Schritte auf Skiern geeignet ist. Ungefähr auf halber Höhe, zwischen den beiden Abfahrten gelegen, befindet sich eine Skihütte, die als Treffpunkt und Versorgungsstation dient. Ein Verleih für Ski- und Snowboard-Ausrüstung besteht nicht.
Für Technik und Pistenpflege steht zusätzlich ein eigenes Team bereit. Insgesamt kann sich der Verein auf ein feste Mannschaft von 30 bis 40 Ehrenamtlichen verlassen. „Bei uns läuft alles sehr familiär ab“, sagt Stalp. Viele kennen sich seit Jahren, manche seit Jahrzehnten. „Deshalb finden wir immer noch genug Menschen, die aktiv mithelfen. Den Ehrenamtlichen kann man gar nicht genug danken – ohne sie gäbe es das alles hier nicht.“
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit unter einem Hut
Finanziell lebt der Verein vor allem von guten Wochenenden. Unter der Woche nutzen 50 bis 100 Wintersportler*innen die Piste, an starken Wochenenden kann es das Zehnfache sein. „Unter der Woche sind es meist Mitglieder, am Wochenende etwa 70 Prozent Gäste von außerhalb“, rechnet Huth vor. Vereinsmitglieder fahren kostenlos Lift, Gäste erwerben Tages- oder Flutlichtkarten. Für aktive Wintersportler*innen rechnet sich der vergleichsweise niedrige Mitgliedsbeitrag oft schon nach wenigen Skitagen.
Damit eine Wintersaison kein Minusgeschäft wird, braucht es mindestens zwei gute Wochenenden. Doch das Wetter bleibt ein Risiko. „Es kam schon vor, dass wir alles beschneit haben und dann Regen kam – und alles war umsonst“, berichtet Stalp. Mit wachsender Erfahrung seien sie jedoch fast zu Wetterexperten geworden und lägen immer häufiger genau richtig mit ihren Entscheidungen.
Zudem investiert der Verein kontinuierlich in moderne Technik: Eine neue Schneekanone beispielsweise erzeugt mit gleicher Strommenge doppelt so viel Schnee. „Außerdem können wir so die Pistenvorbereitungen schneller abschließen“, ergänzt Huth.
Strom ist ohnehin der größte Kostenfaktor für den Verein. „Wir achten darauf, grünen Strom zu nutzen“, sagt Stalp. Auch beim Wasser setzt der SCBMU auf einen geschlossenen Kreislauf: Es stammt aus dem Mühlgraben am Fuß des Berges und fließt nach der Schneeschmelze wieder dorthin zurück. Der Kunstschnee bleibt also Teil des natürlichen Wasserkreislaufs.
Mit Einbruch der Dunkelheit gehen an der Strecke die Flutlichter an. Der Hang liegt im hellen Schein, während weiter Ski gefahren wird. Um 21 Uhr endet an diesem Freitag der offizielle Betrieb – zumindest auf der Piste. In der Skihütte herrscht allerdings noch Hochbetrieb, denn hier findet eine der beliebten Après-Ski-Partys statt, die dafür sorgt, dass der Winterabend stimmungsvoll ausklingt.
Normalerweise würde nach Betriebsschluss noch einmal die Pistenraupe ausrücken, um den Hang für den nächsten Tag wieder optimal vorzubereiten. Doch diesmal ist die Wetterprognose eindeutig: Zweistellige Plusgrade sind angekündigt – vermutlich war es der letzte von insgesamt 27 Skitagen dieser Saison am Schorrberg.




