​Talent-suche mit Perspektive

In Hachenburg trainiert der Nachwuchs im Bob und Skeleton

Fotos:  Sportbund Rheinland, Christof Palm

Die noch junge Abteilung Kufensport Westerwald im TuS Hachenburg ist neben dem Landesstützpunkt für Eishockey und Eiskunstlauf in Diez einer von nur zwei Landesstützpunkten für Wintersportarten in Rheinland-Pfalz.

Im Jahr 2017 trat der BSC Winterberg auf der Suche nach Talenten für den Bob- und Skeletonsport an die Leichtathletik-Abteilung des TuS Hachenburg heran und organisierte ein Schnuppertraining. Einige der Teilnehmer hatten offensichtlich großen Gefallen am Kufensport gefunden, sodass 2018 zunächst eine Unterabteilung gegründet wurde. Im Jahr 2023 entstand daraus die eigenständige Abteilung „Kufensport Westerwald“. Spätestens mit der Fertigstellung der eigenen Anschubanlage im Jahr 2024 – einer von nur sieben Anlagen dieser Art in Deutschland – sowie der Anerkennung als Landesstützpunkt Rheinland-Pfalz für Bob und Skeleton ist der Kufensport endgültig im Westerwald angekommen.

Der Aufbau der Abteilung war finanziell herausfordernd. Sie startete praktisch ohne eigene Mittel und musste Trainings- und Wettkampfmaterial vollständig neu anschaffen. Einen weiteren erheblichen Kostenfaktor stellen die Fahrten zu den Eisbahnen in den Wintermonaten dar. Entsprechend ist Abteilungsleiter Michael Krämer kontinuierlich auf der Suche nach zusätzlichen Sponsoren und Förderern.

Aktuell trainieren unter der Leitung von Stützpunkttrainerin Sandra Kiriasis – Olympiasiegerin im Zweierbob 2006 – rund zehn Nachwuchsathlet*innen in Hachenburg. Um weitere Sportler*innen zu gewinnen, soll insbesondere die Zusammenarbeit mit Schulen ausgebaut werden. Dafür steht auch eine mobile Anschubanlage zur Verfügung, mit der Trainingseinheiten direkt vor Ort an Schulen angeboten werden können. 

Außerdem plant Kufensport Westerwald, die eigene Anschubanlage verstärkt für Teamevents sowie für Trainingseinheiten anderer Sportvereine zu öffnen. Neben zusätzlichen Einnahmen soll so der Sport einer breiteren Öffentlichkeit nähergebracht werden. Gleichzeitig bietet sich die Chance, neue Talente zu entdecken, denn der Einstieg in den Bob- und Skeletonsport ist auch in einem fortgeschritteneren Sportalter möglich. „Bobfahren ist eine klassische Zweitsportart“, erläutert Sandra Kiriasis. „Man beginnt damit in der Regel erst, wenn man schon etwas älter ist.“ 

Für die Zukunft wünschen sich Michael Krämer und Sandra Kiriasis vor allem den Aufbau einer stabilen und leistungsstarken Trainingsgruppe, in der sich die Talente mit Freude und optimalen Bedingungen weiterentwickeln können. Und vielleicht steht ja schon bei einer der nächsten Olympischen Spiele ein*e Athlet*in aus Hachenburg am Start.


Dominik Stuntz