„Wir wollten Olympia 
sehen – und bekamen 
Familien-Mehrkampf 
gratis dazu.“ 

Das olympische Reise-Tagebuch von Familie Kloth 

Einst entdeckte LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Kloth den damaligen Schüler und heutigen Olympia-Athleten Jan Stölben. Nun war er im Februar zu Gast bei den Winterspielen in Italien. Nicht in seiner beruflichen Funktion. Sondern als Familienmensch mit Frau und den Zwillingen.


  • Tag 1

    Packen, Abreise & die 
    Expedition nach Bozen

    Heute beginnt das Abenteuer. 

    Das Auto ist voll. Die Dachbox ist voll. Wir sind voll… Voller Hoffnung, dass das irgendwie alles gut geht. Die Zwillinge bestehen darauf, dass ALLE Kuscheltiere mitkommen – also ungefähr 87 Stück. Und Snacks. Viele Snacks. Knapp ein Wocheneinkauf. 

    Abfahrt über Nacht. Kinder schlafen, entspannt! 

    Erster Stopp: Shopping Center Bozen 

    08:30 Uhr – Ankunft. Die Zwillinge haben bereits zwei Nickerchen hinter sich, wir garkeins. Frühstück und Spielen für die Kids – Shopping für Mama (logisch!). 

    13 Uhr – Weiter zur Ferienwohnung. 

    Dort angekommen: ausladen, einrichten, Umgebung erkunden… und innerlich hoffen, dass die Kinder heute einfach irgendwann müde werden. 

  • Tag 2

    Der Langlaufsprint & die olympische Disziplin „Kinderbetreuung“ 

    Früher Aufbruch nach Tesero – also sehr früh. Der 1,5 km Fußweg vom Parkplatz zum Stadion wird mit Zwillingskondition und Tragetaschengefühl eher zu 3,5 km. 

    09:20 Uhr – WIR SIND DA! 

    Und zwar pünktlich! Trotz Aufstehen im Morgengrauen, Kinderlaunen und Stopps für alles Mögliche. Der Fanclub und Jans Familie stehen schon seit 7 Uhr bereit – echte Helden. 

    Die Qualifikation beginnt. Jan startet. Erste Zwischenzeit: Platz 5. Im Ziel: 8. Platz. Endstand: 11. Platz → Quali geschafft! 

    Gänsehaut. Tränen. Und mindestens so viel Nervosität wie früher bei seinen Schülerwettkämpfen. 

    Kinderstatus: etwas ungehalten aber zum Glück erscheint das Maskottchen wie ein kleiner, flauschiger Friedenstauben-Ersatz.

    12:30 Uhr – Das Viertelfinale fängt an. Starke Konkurrenz, Skimaterial eher mau. Jan kämpft, aber ein Weiterkommen ist unmöglich. Trotzdem: richtig gut gemacht. 

    Die Kids schlafen, toben, essen, beschweren sich abwechselnd. 

    Wir schauen uns noch die Rennen an: Klæbo gewinnt (natürlich). Wir gratulieren seinem Papa, der neben uns steht. 

    Rückfahrt inklusive Supermarkt-Abenteuer. Danach sind alle k.o. 

  • Tag 3

    Große Reise nach Cortina & ins Deutsche Haus

    Ausschlafen! Also… zumindest theoretisch. Die Zwillinge interpretieren „Ausschlafen“ manchmal anders. 

    Dank Ralf Anselmann geht es heute ins Deutsche Haus – eine große Ehre! 

    Hürde 1: 

    Man darf nicht mit dem Auto rein. Also Shuttlebus. Und nochmal Shuttlebus. Und nochmal. 

    Nach einigen Stunden: Wir kommen tatsächlich beim Deutschen Haus an. 

    Die Kids entdecken zuerst: den Bob vorm Haus. Wir Erwachsene entdecken den Sitzplatz im Warmen. 

    Drinnen: viele DOSB-Leute, Athleten, Bobfahrer, Skispringer, gemütliche Stimmung. Die Zwillinge zählen die Gesichter der Team D Athlet*innen an der Wand – mehrmals. Irgendwann kommt der Hunger und Suppe rettet die Moral. 

    00:00 Uhr – Zurück in der Ferienwohnung. Ein langer, schöner, leicht chaotischer Tag. 

  • Tag 4

    Entspannungs-programm mit Speck, Honig & Wäsche 

    Heute ist „ruhig“. Was im Familien-Wörterbuch bedeutet: Einkaufen, Wäsche waschen, Cooperativa unsicher machen, regionale Köstlichkeiten einpacken (Tiroler Speck, Äpfel, Honig, Wein), und irgendwo zwischendrin versuchen, nicht komplett zu kollabieren. Zwillinge finden’s super – überall gibt es irgendwas zu probieren. 

  • Tag 5

    Biathlon in Antholz & Heimreise Marathon 

    Räumung der Ferienwohnung bis 10 Uhr… Herausforderung akzeptiert und bestanden. 

    10:15 Uhr – Abfahrt nach Antholz 

    12:30 Uhr – P+R Parkplatz erreicht. 

    Zwillingskinderwagen startklar, los geht’s. Wir finden einen richtig guten Platz an der Strecke. Leider hat eines der Kids Fieber – Stimmung so mittel. Aber Sonne, gute Laune der Zuschauer und ein tolles Rennen machen viel wett. Medaille für Deutschland? Diesmal leider nicht. Andere Nationen sind läuferisch stark – Frankreich, Norwegen, Schweden dominieren. 

    Shuttle Rückweg: 15.000 Menschen. Und nicht alle nehmen Rücksicht auf Eltern mit Zwillingswagen. Nach einer Stunde sind wir endlich am Auto. 

    Schlittenfahrt: Ein Kind fiebrig – bleibt im Warmen. Das andere: totaler Freudentaumel („Nochmal, Papa!!“). 

    Gegen 18 Uhr – Abfahrt Richtung 
    Heimat. 03:30 Uhr – Ankunft in Wiesbaden. 
    Komplett erledigt. Schlafen ist angesagt. Viel schlafen.