MACHT & MEINUNG

SOfortprogramm für den SPORT in rheinland-pfalz: jetzt!

Offener Brief trifft auf große Zustimmung

Zum Abschluss der Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD schlagen der Landessportbund Rheinland-Pfalz sowie die Sportbünde Rheinland, Pfalz und Rheinhessen ein gemeinsames „Sofortprogramm Sport“ vor. „Die sportpolitischen Zusagen aus dem Koalitionsvertrag müssen jetzt zügig in sichtbare Maßnahmen überführt werden“, erwartet der Präsident des LSB, Rudolf Storck.

Der organisierte Sport steht vor großen Herausforderungen: marode Sportstätten, hohe bürokratische Hürden und unzureichende personelle Ressourcen. Gleichzeitig ist das Potenzial enorm – für Bewegung, Gesundheit, Ehrenamt und internationale sportliche Erfolge. Das vorgeschlagene Sofortprogramm setzt deshalb klare Prioritäten. „Rheinland-Pfalz im Sport wieder an die Spitze zu führen wird ein Marathon, aber die drängendsten Projekte müssen wir jetzt mit neuen Bestleistungen angehen“, so Rudolf Storck weiter. 

Im Mittelpunkt stehen erste, konkret benannte Infrastrukturprojekte wie die Radsporthalle in Kaiserslautern, ein wettkampftaugliches 50-Meter-Hallenbad, die Großsporthalle in Mainz, die Leichtathletik Stützpunktsanierung in Zweibrücken sowie der Ausbau des Sportstättenatlas als belastbare Planungsgrundlage. Mit der Aussage im Koalitionsvertrag, dass der Sport zukünftig in der Staatskanzlei in einem Ministerium für Bundes- Europangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien beheimatet sein wird, folgen CDU und SPD einem der wichtigsten Anliegen des organisierten Sports.

"Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass der Sport nicht erneut ein Anhängsel in einem großen Ministerium wird."

Weitere Wahlforderungen des Sports, die im veröffentlichten Koalitionsvertrag stehen, sind die konsequente Weiterentwicklung der Leistungssportstrategie und ein spürbarer Bürokratieabbau. Vom Amtsgericht über die Finanzbehörden bis zu lokalen Verwaltungen müssen verschiedene Player hier mit ins Boot. Des Weiteren benötigt der Sport eine dauerhafte, auskömmliche Finanzierung von Personalstellen, insbesondere bei den Trainer*innen im Leistungssport und beim Schutz vor Gewalt. 

Der organisierte Sport appelliert deshalb an die künftige Landesregierung, innerhalb der ersten 100 Tage einen Kabinettsbeschluss zu einem Sofortprogramm zu fassen. Damit kann der Auftakt für einen verbindlichen Sportpakt für Rheinland-Pfalz, wie im Vertrag zu lesen ist und wie ihn andere Bundesländer bereits haben, gelingen.

Rückhalt aus dem organisierten Sport

464

Zusätzlichen Nachdruck erhält das Sofortprogramm durch das Ergebnis des Offenen Briefes, der zum Start der Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD veröffentlicht wurde. Stand heute haben 464 Personen die Forderungen unterzeichnet und damit ein starkes Signal der Geschlossenheit gesendet. 76 Prozent der Unterzeichnenden haben namentlich unterschrieben. Die Mehrheit davon Vorsitzende und Vorstände von Sportvereinen und Fachverbänden. Dieses klare Votum unterstreicht: Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind breit legitimiert, praxisnah und entsprechen dem tatsächlichen Bedarf vor Ort.

Ein Plan für die ersten 100 Tage der Regierungskoalition von CDU & SPD

Der organisierte Sport in Rheinland-Pfalz (Landessportbund, Sportbund Rheinland, Sportbund Pfalz und Sportbund Rheinhessen) hat sich im Vorfeld der Landtagswahl 2026 mit klaren, nachvollziehbaren Forderungen und hoher Verantwortungsbereitschaft in die öffentliche Debatte eingebracht. Zugleich wurde aufgezeigt, was im Land verbesserungsfähig ist: Wir brauchen endlich moderne, zukunftsfähige Sportstätten (zu viele Sportstätten sind aktuell nicht oder nur eingeschränkt für den Sport nutzbar). Der Sport braucht zudem direkte und verlässliche politische Zuständigkeiten, eine ausreichende Finanzierung und spürbare Entlastung von Bürokratie.

Dieses Sofortprogramm sollte mindestens die folgenden Maßnahmen enthalten:

Die drängendsten Sport-Infrastrukturmaßnahmen im Bundesland

  • Bau der Radsporthalle am Bundestützpunkt in Kaiserslautern
  • Bau des landesweit ersten wettkampftauglichen Hallenbads mit 50-Meter Bahnen im Großraum Koblenz oder im Großraum Mainz
  • Bau der Großsporthalle in Mainz
  • Sanierung der Leichtathletikhalle am Bundesstützpunkt Zweibrücken
  • Bereitstellung eines Budgets für die Weiterentwicklung des Sportstättenatlas als Grundlage für einen Sanierungsplan 2030
  • Kombination von Fördermitteln ermöglichen

Ein*e Staatssekretär*in für den Sport in der Staatskanzlei

  • Für die neue Zuständigkeit innerhalb der Staatskanzlei muss es eine eigenständige, sichtbare und mit Personal- und Budgetverantwortung ausgestattete Abteilung Sport sowie einem*einer Staatsekretär*in geben

Weiterentwicklung des Strategieprozesses im Leistungssport

  • Den angestoßenen Prozess zur Entwicklung einer neuen Leistungssportstrategie weitergehen, nachhaltig finanzieren und gemeinsam mit den für den Leistungssport zuständigen Organisationen die richtigen Maßnahmen entwickeln, damit sich wieder mehr rheinland-pfälzische Athlet*innen für Olympische und Paralympische Spiele und internationale Sportgroßereignisse qualifizieren

Wirksamer und zügiger Bürokratieabbau

  • Schrittweise Einführung des Once-Only-Prinzips
  • Vereinfachung der Förderverfahren und Absenkung der Eigenanteile nach dem Vorbild des Bundesprogramms zur Sanierung kommunaler Sportstätten
  • Bürokratieabbau für Vereine und Verbände mit digitalisierten Verfahren, einfacheren Förderanträgen, vereinfachten Verwendungsnachweisen, standardisierten Genehmigungen und „One-Stop“-Struktur für Vereinssport

Personelle Ressourcen im Sport

  • Die Personalstellen in den Sportbünden sowie die Beschäftigungsverhältnisse von Trainer*innen im Leistungssport und die Übungsleiterbezuschussung müssen dauerhaft und auskömmlich finanziert werden
  • Personalzuwendungen an den organisierten Sport in Rheinland-Pfalz müssen bedarfsgerecht erhöht werden, um in allen vier Sportbünden verstetigte Stellen zum Schutz vor Gewalt im Sport zu schaffen

Wir appellieren deshalb an die künftige Landesregierung, innerhalb der ersten 100 Tage einen Kabinettsbeschluss zum Sofortprogramm für den Sport in Rheinland-Pfalz zu fassen, der die federführende Zuständigkeit benennt, einen ressortübergreifenden Maßnahmenplan aufzeigt und die Finanzierung verbindlich absichert, als Auftakt für den Sportpakt für Rheinland-Pfalz.

Rudolf Storck, Präsident Landessportbund Rheinland-Pfalz

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