WENN JUGENDLICHE ÜBER SICH HINAUSWACHSEN

Projekt Phönix: Beim Thema Olympia steht das Sportabzeichen im Mittelpunkt

Wenn junge Menschen im Team an ihre Grenzen gehen, gemeinsam Herausforderungen meistern und am Ende stolz auf das Erreichte zurückblicken, dann steckt oft mehr dahinter als ein klassischer Wettkampf. Genau hier setzt das Projekt „Phönix“ an – ein erlebnispädagogisches Format, das bundesweit Kinder und Jugendliche zusammenbringt.

Über das verlängerte Himmelfahrtswochenende hinweg kommen rund 30 Teams aus Jugendhilfeeinrichtungen aus ganz Deutschland nach Mayen und treten gegeneinander an. Die Jugendlichen, meist zwischen 10 und 18 Jahren alt, reisen bereits mittwochs an, bevor es an drei intensiven Tagen richtig zur Sache geht. Organisiert wird das Projekt vom Jugendhilfezentrum Bernardshof in Mayen, der Lebenshilfe Mayen sowie der Jugendhilfe St. Nikolaus aus Braunschweig.

Vier Tage lang dreht sich alles um Teamgeist, Durchhaltevermögen und die Erfahrung, mehr leisten zu können, als man sich selbst zugetraut hätte. Geschlafen wird in Zelten, gekocht in einer gemeinsamen Lagerküche – auch das gehört zum Konzept. „Die Energie, die wir hier entwickeln, soll in den Alltag der Jugendlichen wirken“, erklärt Erlebnispädagoge Christian Hain. „Sie sollen merken: Ich kann mehr, als ich denke.“

Jedes Jahr steht die Veranstaltung unter einem eigenen Motto. Nach „Mission Rescue – Teamgeist im Einsatz“ im vergangenen Jahr dreht sich diesmal alles um „Olympia“. Passend dazu ist erstmals auch das Deutsche Sportabzeichen (DSA) in das Konzept integriert – eine Idee, die gemeinsam mit dem Sportbund Rheinland entwickelt wurde.

Während der gesamten Veranstaltung sammeln die Teams Punkte in über 70 unterschiedlichen Disziplinen. Anders als bei klassischen Wettbewerben steht jedoch die Teamwertung im Vordergrund – nur das DSA selbst wird als Einzelleistung gewertet. Das Programm ist dabei ebenso vielseitig wie fordernd: Neben den Leistungen für das DSA stehen unter anderem Klettern in Kottenheim und ein „Wassertag“ am Laacher See auf dem Programm.

Die rund 150 Teilnehmenden werden von etwa 35 Helferinnen und Helfern unterstützt, die das Projekt komplett selbst organisieren – vom sportlichen Ablauf bis zur Verpflegung.

Was für die Kinder und Jugendlichen bleibt, sind Erfahrungen von Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Oder, wie es die Idee hinter dem Projekt beschreibt: Junge Menschen sollen nicht nur an Aufgaben wachsen – sondern an sich selbst.