Präsident / Hauptgeschäftsführung

​Die Zusammenarbeit im rheinland-pfälzischen Sport funktioniert

LSB-Präsident Rudolf Storck und Hauptgeschäftsführer Thomas Kloth blicken mit zufriedenen Mienen auf die vergangenen zwei Jahre zurück und sprechen dabei auch spannende Punkte wie Finanzen, Personal oder die avisierte neue Satzung an.

Rudolf Storck

Präsident
E-Mail: r.storck@lsb-rlp.de


Thomas Kloth

Hauptgeschäftsführer
E-Mail: t.kloth@lsb-rlp.de

Telefon: 06131 2814-465


Dominik Sonndag
Abteilungsleiter Kommunikation

Rudolf, Thomas, wir berichten heute über die letzten zwei Jahre mit Blick auf unsere anstehende Mitgliederversammlung. Rudolf, mit welchen Themen und Projekten hat sich der Landessportbund besonders beschäftigt?

Rudolf Storck
Präsident

Ich gehe da mal von ganz aktuellen Themen rückwärts. Wir hatten die Landtagswahl und diese Landtagswahl hat zum ersten Mal erlebt, dass der Sport im Grunde einen Wahlkampf für den Sport geführt hat. Wir haben in den Regionen in Rheinland-Pfalz sogenannte Wahlarenen durchgeführt, haben die eingeladenen Vertreter der Politik konfrontiert mit den Anliegen des Sports und ihre Stellungnahmen dazu gehört. Wir haben einen Katalog von Anliegen aufgestellt, die wir gerne in den Wahlprogrammen sehen wollten und haben dann auch nach dem Erfolg des Sports, was die Wahlprogramme betrifft, festgestellt, dass wir erfolgreich waren in den Koalitionsverhandlungen. Auch da ist der Sport nach derzeitigem Kenntnisstand sehr gut platziert. Wir müssen sehen, was daraus wird. Das war etwas, das für uns sehr wichtig und sehr erfolgreich war. Wir hatten außerdem unsere 75-Jahr-Feier. Der Landessportbund ist 75 Jahre alt geworden, hat das entsprechend gefeiert in einem großartigen Event, das auch überall entsprechend gelobt und gewürdigt und als solches wahrgenommen wurde im Land. Und wenn ich sage, 75 Jahre Landessportbund, komme ich gleich zu dem, was uns auch sehr beschäftigt hat. Denn nach 75 Jahren Landessportbund ändert sich etwas gravierend beim Landessportbund. Wir haben in den letzten Monaten eine neue Satzung auf den Weg gebracht, wonach die Funktion und die Position, die Bedeutung des Ehrenamtes beim Landessportbund, eine andere sein wird in der Zukunft. Wir werden hauptamtliche Vorstände haben – zwei in der neuen Satzung – und das Präsidium wird eine Überwachungs- und Kontrollfunktion haben für diese beiden Vorstände. Das ist etwas ganz Neues. Wir folgen damit ein Stück weit dem Trend der Zeit in den Sportorganisationen und haben die Mitgliederversammlung vor uns. Wir hoffen sehr, dass wir dort mit dieser Satzung Erfolg haben und sie entsprechend angenommen wird.

Das klingt alles sehr positiv. Bist du mit den laufenden Ergebnissen soweit auch so zufrieden, wie du es gerade beschrieben hast?

Rudolf Storck

Ich bin sehr zufrieden, vor allem mit dem, was wir auf der politischen Ebene erreicht haben. Wir haben einen festen Ansprechpartner, der auch in die anderen Ministerien hineinwirken kann und nicht nur in dem Ministerium, in dem er angesiedelt ist. Der Ansprechpartner ist nämlich jetzt in der Staatskanzlei. Wir haben einen Minister, der für Sport zuständig ist und einen Staatssekretär, der für Sport zuständig ist. Das ist etwas, das wir lange wollten. Wir sind nicht mehr nur ein Teil einer Abteilung oder ein Teil eines Ministeriums – das vielleicht schon noch in gewisser Weise – aber wir haben da auch schon Rückmeldungen erhalten, wonach die feste Absicht erklärt ist seitens der Politik, dass der Sport einen größeren Stellenwert erhalten soll, als er es in der Vergangenheit hatte. Das ist eigentlich schon ein großer Erfolg und auch wenn ich daran denke, dass wir uns im Grunde zusammengerauft haben im Bereich des organisierten Sports, was die neue Satzung angeht, ist das ein großer Schritt, den wir in relativ kurzer Zeit machen konnten.

Satzung

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Thomas, wie hast du und das Team der Geschäftsstelle bei diesen Themen gearbeitet, dafür gesorgt, dass sie so zum Erfolg wurden, wie Rudolf gerade erklärt hat?

Thomas Kloth
Hauptgeschäftsführer

Das das Zusammenspiel zwischen Haupt- und Ehrenamt ist ja superwichtig gerade bei den Themen, die Rudolf auch angesprochen hat. Erstmal möchte ich allen Kolleginnen und Kollegen danken für die Unterstützung in den letzten zwei Jahren in ihren Bereichen. weil wir gemeinsam mit den Sportbünden von der hauptamtlichen Seite her die Rahmenbedingungen bieten, dass der organisierte Sport in Rheinland-Pfalz und auch die Vereine und Verbände sich weiterentwickeln können. Das ist unser Hauptauftrag, dem wir nachkommen und da ist jeder in seinem Bereich sehr, sehr engagiert tätig. Dafür, wie gesagt, ein herzliches Dankeschön. Was die Projekte anbelangt, waren die Wahlarenen für uns der größte Erfolg in Bezug auf die Landtagswahl. Wir haben sehr, sehr gut, gerade auf hauptamtlicher Arbeitsseite, gerade auch von Seiten unserer Geschäftsstelle, mit den Kollegen in den Sportbünden zusammengearbeitet. Rudolf hatte die vier Wahlarenen schon angesprochen, jeder Sportbund hat eine ausgerichtet, das hat uns gezeigt, was wir erreichen können, wenn wir ein gemeinsames Ziel verfolgen. Wir waren in den Wahlprogrammen sehr präsent, sind jetzt als Sport sehr präsent im Koalitionsvertrag, haben acht von unseren zehn Wünschen/Forderungen, die wir vor der Wahl kommuniziert hatten, erreicht. Ich weiß beim besten Willen nicht, wie man das noch toppen kann. Klar, zehn von zehn ist auch ein Ziel. Aber die 100 Prozent, da schrecke ich immer persönlich auch ein bisschen vor zurück. Auch die Zusammenarbeit im Präsidium war sehr konstruktiv in den Klausurtagungen und das ist nicht selbstverständlich, dafür muss man einfach dankbar sein. Dann haben wir unsere Jubiläumsfeier gehabt mit geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft. Uns war wichtig, dass auch gerade ehemalige Kolleginnen und Kollegen mit dabei sein konnten. Das war ein richtig dickes Brett, wo wir einige Stunden mit zugebracht haben, erstmal auch Gelder zu generieren, damit wir das so auf die Beine stellen konnten, wie es dann gelaufen ist. Und unterm Strich, wie sagt man so schön, gibt der Erfolg dem Recht, der ihn hat. Die Rückmeldungen, die wir bekommen haben, waren durchweg positiv, auch von unseren thüringischen Gästen, die waren alle mehr als begeistert. Das ist eine schöne Anerkennung und Wertschätzung.

Der LSB ist das Dach des rheinland-pfälzischen Sports, nichtsdestotrotz braucht es die Zusammenarbeit zwischen allen Verbänden, zwischen allen Gremien, mit den regionalen Sportbünden zusammen. Rudolf, wie bewertest du die Zusammenarbeit aktuell mit Blick auf die bearbeiteten Themen?

Rudolf Storck

Ich bekomme von außen immer wieder mal gespiegelt, dass Ruhe im rheinland-pfälzischen Sport eingekehrt ist und das zeigt ein Stück weit für mich auch, dass eine Zusammenarbeit funktioniert, dass die Gremien und die Sportorganisation, die Sportbünde und der Landessportbund in der Lage sind, konstruktiv miteinander zu arbeiten. Wir haben in dieser Zeit, in der wir zusammenarbeiten, festgestellt, dass wir unsere Zusammenarbeit strukturieren müssen, dass wir da auch Regeln für uns finden müssen, wie wir zusammenarbeiten können, wie wir zusammenarbeiten müssen, um zu einem Ergebnis zu kommen. Ich glaube, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Die neue Satzung, der Entwurf zur neuen Satzung, ist so ein vorzeigbares Ergebnis dafür, dass eine Zusammenarbeit möglich ist und sehr gut funktioniert.

Thomas, welche Themen gibt es vielleicht noch, die noch nicht abgeschlossen sind und in den nächsten zwei Jahren im Mittelpunkt stehen?

Thomas Kloth
Hinter der Satzung sehe noch keinen Haken, das ist für mich persönlich auch ein fortlaufender Prozess der Optimierung. Da wird es immer wieder Optimierungsbedarfe geben, wenn man jetzt an das Thema Sexualisierte Gewalt/Safe Sport Code denkt, den wir bis 2028 auch in unserer Satzung verankert haben müssen. Das wird also vorausschauend auf unsere Mitgliederversammlung 2028 das große Thema werden. Da wird die Satzung wieder angepasst, geändert, neu gefasst werden müssen. Mit der Satzung haben wir jetzt einen Schritt gemacht, der uns sehr, sehr wichtig war, aber da müssen noch viele folgen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die eigentliche Arbeit dann erst nach der Mitgliederversammlung kommt – da sind dann Geschäftsordnungen zu erstellen. Wir haben mit dem Leitungsbeirat der sogenannten Geschäftsführerrunde ein neues Organ, wo eine Geschäftsordnung erstellt werden muss, wo die von Rudolf angesprochenen Aufgaben und Strukturen dann auch festgelegt werden müssen. Also, da kommen einige Themen, die auch direkt mit dem Thema Satzung zusammenhängen. Und dann haben wir aber auch für uns das Thema, das so ein bisschen unbefriedigend ist in Bezug auf das eigene Personal, wo wir begonnen haben, uns ein bisschen mehr nach dem TVL in der Eingruppierung zu orientieren und konkret auch das Verfahren so umzusetzen, wie es der TVL vorsieht. Da sind wir leider durch verschiedene Umstände ein bisschen ins Hintertreffen geraten. Das ist ein persönlicher Wunsch von der Geschäftsführung, von mir, dass wir da das Thema wieder aufnehmen und bis zur nächsten Mitgliederversammlung dann auch abgeschlossen haben.

Stichwort Finanzen: Wie hat sich das beim LSB in den letzten zwei Jahren entwickelt seit September 2024 – und wie ist der Ausblick?

Thomas Kloth
Erstmal gut und konstruktiv, wie die Jahre davor auch schon. Wir bekommen jetzt seit acht, neun Jahren auch in Bezug auf unser Personal, das angestellt ist bei den Sportbünden und bei uns, Mittel/Bedarfe in Bezug auf die Tarifsteigerungen. Dann haben wir auch im puncto Projektmittel in den letzten Jahren schon einige Steigerungen erreicht. Nachdem davor jahrelang meines Wissens wenig bis nichts passiert ist, ist das eine sehr, sehr erfreuliche Entwicklung. Im Leistungssport haben wir fast eine Verdreifachung der Fördermittel, kommen allerdings auch von fast Null, muss man sagen. Im Verhältnis zu anderen Bundesländern sind wir jetzt vielleicht gerade mal im unteren Drittel angekommen in der Förderquote. Das muss man dann auch in Relation setzen. Es hört sich viel an, ist aber im Verhältnis zu anderen Bundesländern wenig. Wir haben aber auch in anderen Projekten zusätzliche Mittel bekommen – etwa bei „Kinder lernen schwimmen“, die auch immer aus laufenden Haushaltsmitteln noch erhöht werden im laufenden Haushaltsjahr. Das sind sehr, sehr schöne Entwicklungen, die es jetzt fortzuführen gilt – und vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch eine Schippe draufzupacken.

Um inhaltlich zu arbeiten, braucht es natürlich auch finanzielle Mittel, aber vor allem auch Personal. Wo gab es da Entwicklungen in den letzten zwei Jahren?

Thomas Kloth

Letztlich haben wir ja einen im Land abgestimmten Stellenplan für die Sportbünde und den LSB und innerhalb dieses Stellenplans gibt es kleinere inhaltliche Anpassungen, die wir machen können. Da kann ich jetzt zum Beispiel die Stelle des Referenten für Sportpolitik nennen, die wir neu installiert haben und dafür auf eine andere Stelle mehr oder weniger verzichtet haben – denn der Stellenplan gibt uns eine Stellenanzahl vor, wo wir jetzt auch nicht sagen können, wir besetzen einfach mal mehr, das wäre dann nicht finanziert. Im Thema Safe Sport/Gewaltprävention haben wir eine Projektstelle geschaffen, also aus Projektmitteln. Eine zwei Jahre befristete Stelle Vollzeit mit Anstellung beim LSB in Absprache mit den Sportbünden, weil eben im Stellenplan keine Luft mehr war. Da war eine zusätzliche Stelle nicht da, die haben wir jetzt für das Haushaltsjahr 2027 beim Land beantragt, dass wir auch Gelder für so eine Stelle bekommen. Wir haben das jetzt übergangsweise darüber gelöst, dass wir die aus Projektmitteln aus drei Abteilungen finanzieren. Viel mehr ist aber auch da nicht wirklich möglich, das muss man ganz klar sagen. Es geht nur entweder durch einen Verzicht auf eine andere Stelle oder über Drittmittel, dass wir da im Personalbereich großartig etwas verändern können

Haushaltspläne 

2024 und 2025

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Haushaltsnachweise

2024 und 2025

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Rudolf, kürzlich haben wir die aktuellen Bestandszahlen veröffentlichen können. Wie bewertest du die Entwicklung der Zahlen nach dem Überstehen der Corona-Pandemie? Haben die Vereine weiterhin auch im vierten Jahr in Folge stabilen Zulauf?

Rudolf Storck

Es ist natürlich erfreulich, dass die Mitgliederzahlen steigen. Man muss dabei ein Stück weit berücksichtigen, dass die beiden Fußball-Profivereine in Rheinland-Pfalz einen beträchtlichen Anteil daran haben, dass diese Zahlen steigen. Die Beliebtheit der beiden Vereine ist groß, ist gewachsen. Wir haben eine ganze Menge mehr Mitglieder gebracht, die in die Statistik mit reinfließen. Aber auch die normalen Sportvereine, die nicht im Profibereiche tätig sind, haben steigende Mitgliederzahlen und das ist eine sehr positive Entwicklung. Ich denke aber auch, wir sollten das nicht beobachten, wie es sich entwickelt, sondern etwas dafür tun, dass es weiter eine positive Entwicklung gibt. Das heißt, dass wir nicht warten, bis die Mitgliedszahlen stagnieren. Unser Ziel als Landessportbund sollte es sein, da Unterstützung zu leisten, dass wir mit entsprechenden Programmen und Projekten die positive Entwicklung der Mitgliederzahl weiter begleiten.

Alle Infos zur LSB-Bestandserhebung 2026 unter www.lsb-rlp.de

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