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HILFE FÜR OPFER UND PRÄVENTION FÜR ALLE

Wie auch Sportvereine vom Angebot des WEISSEN RING profitieren können

Der WEISSE RING e.V. ist Deutschlands größte ehrenamtlich organisierte Opferschutzorganisation – und doch vielen Menschen, gerade auch im Sport, noch zu wenig bekannt. Dabei bietet der Verein ein breites Spektrum an Unterstützung für Betroffene von Kriminalität und engagiert sich gleichzeitig stark in der Prävention.

„Wir leisten in erster Linie menschlichen Beistand“, erklärt Christine Henn, ehrenamtlich tätig in der Außenstelle Koblenz. Genau darin liegt der Kern der Arbeit: Betroffene werden nicht allein gelassen, sondern individuell begleitet – sei es durch Gespräche, Hilfe im Alltag oder Unterstützung bei Behördengängen. „Ob wir uns ans Krankenbett setzen, jemanden zu Gericht begleiten oder einfach nur zuhören – wir richten uns nach dem, was die Betroffenen brauchen.“

Ein wichtiger Grundsatz dabei: Niemand wird zu etwas gedrängt. „Der Betroffene ist bei uns immer Herr des Geschehens“, betont Henn. Auch eine Strafanzeige ist keine Voraussetzung, um Hilfe zu erhalten. Stattdessen geht es darum, Orientierung zu geben und mögliche Wege aufzuzeigen. Der WEISSE RING e.V. versteht sich dabei als Lotse in einem komplexen Hilfesystem und vermittelt bei Bedarf auch an Rechtsbeistände, therapeutisches Fachpersonal oder andere Einrichtungen.

Neben emotionaler Unterstützung gibt es auch konkrete Hilfen: So können etwa Kosten für eine erste anwaltliche Beratung übernommen werden. Zudem arbeitet der Verein mit Traumaambulanzen zusammen, um Betroffenen schnell Zugang zu professioneller Hilfe zu ermöglichen.

Auch für Sportvereine können diese Angebote von Bedeutung sein, denn auch im Vereinsalltag können Grenzverletzungen, Gewalt oder Mobbing auftreten – oft im Verborgenen. Enge Vertrauensverhältnisse zwischen Trainerinnen, Trainern und jungen Aktiven, körperliche Nähe im Training oder Situationen in Umkleiden schaffen besondere Dynamiken. „Immer dort, wo ein Vertrauensverhältnis besteht, kann es auch ausgenutzt werden“, sagt Henn.

Der WEISSE RING e.V.


3.000 ehrenamtliche und professionell ausgebildete Mitarbeiter*innen engagieren sich ehrenamtlich für Opfer von Straftaten. Mit einem Netz von rund 400 Außenstellen in ganz Deutschland ist der WEISSE RING e.V. bundesweit die größte Opferhilfeorganisation.

40.000 Mitglieder unterstützen den WEISSEN RING e.V. monatlich mit einem Mitgliedsbeitrag in einer Höhe ab 2,50 Euro.

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Prävention im Verein: Sensibilisieren und handeln

Umso wichtiger ist Prävention – das zweite zentrale Standbein des WEISSEN RING e.V. In Workshops, Vorträgen oder Informationsveranstaltungen werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Themen wie Cybermobbing, Cybergrooming oder sexualisierte Gewalt sensibilisiert. „Wenn am Ende zwei oder drei etwas aus der Veranstaltung mitnehmen und sich sicherer fühlen, dann haben wir schon viel erreicht“, so Henn.

Diese Angebote lassen sich auch gezielt in den Sport übertragen. So ist der WEISSE RING e.V. mit seiner Präventionsarbeit bereits in Aus- und Fortbildungen des Sportbundes Rheinland vertreten. Auch Vereine selbst können aktiv werden und den Weißen Ring beispielsweise für Trainerfortbildungen, Elternabende oder Jugendworkshops anfragen. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen und Handlungssicherheit zu geben. Denn oft sind es kleine Veränderungen im Verhalten, die auf Probleme hinweisen. „Wenn man ein ungutes Bauchgefühl hat, sollte man nicht wegschauen“, rät Henn.

Einen wachsenden Schwerpunkt hat Henn in der digitalen Gewalt ausgemacht. Gerade junge Menschen bewegen sich selbstverständlich im Internet – oft ohne sich der Risiken bewusst zu sein. „Viele Kinder merken gar nicht, dass ihnen Unrecht passiert“, berichtet Henn aus der Präventionsarbeit. Cybermobbing oder belästigende Kontakte können dabei nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch innerhalb von Sportvereinen eine Rolle spielen und Konflikte aus dem digitalen Raum in den Trainingsalltag tragen.

Ein zentrales Anliegen des WEISSEN RING e.V. bleibt, die Hemmschwelle für Betroffene zu senken. Viele zögern, sich Hilfe zu holen – aus Scham, Unsicherheit oder Angst vor Konsequenzen im sozialen Umfeld. Deshalb setzt der WEISSE RING e.V. auch auf niedrigschwellige Angebote, etwa eine Online-Beratung oder ein Hilfetelefon. „Es gibt zwei Momente, die Opfer nie vergessen: die Tat selbst – und das erste Mal, wenn ihnen jemand wirklich glauben schenkt.“

Der WEISSE RING e.V. ist auf Unterstützung angewiesen

Auch Unterstützung ist gefragt: Der WEISSE RING e.V. finanziert sich vor allem durch Zuwendungen wie Spenden, Mitgliedschaften und Geldauflagen aus Gerichtsverfahren. Wer die Arbeit fördern möchte, kann dies auf verschiedene Weise tun – finanziell, aber auch durch ehrenamtliches Engagement. Gerade Sportvereine können zudem dazu beitragen, den Verein bekannter zu machen, etwa durch Hinweise im Vereinsumfeld oder gemeinsame Veranstaltungen. Denn je mehr Menschen das Angebot kennen, desto leichter finden Betroffene den Weg zur Hilfe.

Die Botschaft ist klar: Niemand muss schwierige Situationen allein bewältigen. Unterstützung ist da – man muss sie nur kennen und nutzen.