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Mehr als ein Randthema:
Gesundheitssport
im Verein

Ein Kommentar von 
Dominik Sonndag, 
LSB-Abteilungsleiter Kommunikation

Der rheinland-pfälzische Sport lebt davon, dass tausende Menschen Woche für Woche in die Turnhalle, auf den Sportplatz oder ins Vereinsheim kommen. Aber kommen sie dorthin, um insbesondere mit steigendem Alter stetig auch ihre Leistung zu steigern? Oder kommen sie ins Training und in die Kursgruppen, um fit und gesund zu bleiben – in Körper und Geist? Ich behaupte, es ist der zweite Punkt.

Die Vereinsmitglieder wollen fit bleiben, Beschwerden vorbeugen, Gemeinschaft erleben und ihre Lebensqualität erhalten. Und deshalb muss Gesundheitssport im Sportverein stärker in den Mittelpunkt rücken.

Sport ist weit mehr als körperliche Betätigung. Regelmäßige Bewegung wirkt präventiv gegen eine Vielzahl von Volkskrankheiten und kann deren Verlauf positiv beeinflussen. Rückenleiden, Diabetes, Adipositas, Demenz oder Krebserkrankungen sind Bereiche, in denen Bewegung nachweislich eine wichtige Rolle spielt.

Besonders deutlich wird dies bei der aktuellen Diskussion um die Abnehmspritzen. Sie versprechen eine Gewichtsabnahme quasi im Schlaf. Doch Sport funktioniert anders. Durch Passivität passen sich weder Physiologie noch Psyche an. Doch genau darin liegt die besondere Stärke des Sporttreibens. Der Langfristeffekt auf das Herz-Kreislaufsystem, auf Muskeln und auf Knochen, ist es, der den Menschen dauerhaft stärkt.

Wenn Vereine den Wunsch der Gesellschaft nach bester Gesundheit als Auftrag wahrnehmen und Angebote im weiten Feld des Gesundheitssports schaffen, werden die Mitgliedszahlen insbesondere in den Erwachsenenjahrgängen auch in den nächsten Jahren weiter steigen.

Die Dimension des Themas wird noch deutlicher beim Blick auf die Gesundheitsausgaben. 2025 waren es 579 Milliarden Euro. Niemand behauptet, Sport könne alle Probleme lösen. Aber wenn es gelingt, mehr gesundheitsorientierte Angebote zu schaffen und die von Dr. Barz treffend als „Polypille“ bezeichnete Wirkung des Sports stärker zu nutzen, wären Einsparungen in locker dreistelliger Millionenhöhe realistisch. Wenn Sportvereine dazu beitragen, die Kosten im Gesundheitssystem zu senken, sollten sie umgekehrt auch stärker berücksichtigt werden, wenn es darum geht, wo und wie Investitionen getätigt werden, die Bewegung fördern.